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    Fritz Egner im Interview: „Ich habe es nie genossen, prominent zu sein“

    Ex-“Dingsda“-Moderator über die Neuauflage und Schmerzensgeld für Sat.1-Shows

    Fritz Egner im Interview: "Ich habe es nie genossen, prominent zu sein" – Ex-"Dingsda"-Moderator über die Neuauflage und Schmerzensgeld für Sat.1-Shows – Bild: TV Wunschliste/Glenn Riedmeier
    Fritz Egner

    Kommenden Freitag (5. Oktober) kehrt der Spielshow-Klassiker „Dingsda“ zurück ins deutsche Fernsehen. Mareile Höppner präsentiert die Neuauflage von UFA Show & Factual, die immer freitags um 18.50 Uhr im Anschluss an „Wer weiß denn sowas?“ zu sehen ist.

    Das Original war ab 1985 zu sehen und wurde acht Jahre lang von Fritz Egner präsentiert. Insgesamt hat er die Show 132 Mal moderiert. An der Neuauflage ist er hingegen nicht mehr beteiligt – und hätte dies auch gar nicht gewollt. Im ausführlichen Gespräch mit blandcoconstruction.com-Redakteur Glenn Riedmeier verrät Egner, weshalb er nur durch einen Zufall TV-Moderator wurde, ob es ein Casting für die „Dingsda“-Kinder gab und dass er eigentlich nie berühmt werden wollte.

    blandcoconstruction.com: Lieber Herr Egner, was war Ihre erste Reaktion, als Sie davon erfahren haben, dass „Dingsda“ zurückkommt? Und glauben Sie, dass die Show heute noch erfolgreich sein kann?

    Fritz Egner: Ich war vor allem verwundert darüber, dass sich das jemand traut. Die Sendung ist noch sehr stark im nostalgischen Bewusstsein der Menschen verankert, so dass man sich gut überlegen sollte, wie ein Neustart funktionieren könnte. Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass mit dem angewandten Konzept und Mareile Höppner als neuer Moderatorin nicht viel schiefgehen kann – vorausgesetzt, die Zuschauer lassen sich wieder darauf ein.

    Wie meinen Sie das?

    Fritz Egner: Natürlich haben sich die Sehgewohnheiten in den letzten Jahren stark verändert. Viele Leute klicken sich durch YouTube und Netflix und haben heutzutage eine viel geringere Aufmerksamkeitsspanne als früher. Bei „Dingsda“ ist allerdings Voraussetzung, dass man den Kindern für ihre mitunter ausschweifenden Erklärungen auch mal länger Zeit lässt. Wenn man sich allerdings darauf einlässt, kann man sich dem Zauber der Kinder nicht entziehen.

    Fritz Egner als „Dingsda“-Moderator in den 1980er Jahren (Bild: BR)

    Vor „Dingsda“ waren Sie nicht für das Fernsehen, sondern fürs Radio tätig. Als Sie Mitte der 1980er Jahre vom Bayerischen Rundfunk als Moderator für „Dingsda“ angefragt wurden, haben Sie sofort zugesagt oder mussten Sie länger überlegen?

    Fritz Egner: Ich wurde eigentlich für eine andere Show gecastet, die dann – zum Glück – Mike Krüger bekommen hat. Das wäre mit mir nichts geworden, weil ich mich eigentlich nie als Entertainer oder großen Showmoderator betrachtet habe. Ich hatte auch nie das Bestreben, zum Fernsehen zu gehen, weil für mich Radio immer wichtiger war. Ich wäre auch nicht „Dingsda“-Moderator geworden, wenn ich nicht zum Casting eingeladen worden wäre, das von einer ehemaligen Hospitantin angeleiert wurde.

    Mir wurde erklärt, dass „Dingsda“ keine klassische Show sei, sondern mehr „Radio mit Bild“, wo ich letztendlich nur die Erklärfilme anmoderieren müsse. Dadurch wurde mir das Format schmackhaft gemacht. Als mir dann die englische Version „Child’s Play“ gezeigt wurde, war ich sofort begeistert. Ich dachte mir: „Das Konzept ist so genial, daran kann ich eigentlich nichts kaputt machen.“ Deshalb habe ich mich letztendlich getraut, obwohl ich vorher wirklich keine Erfahrungen als Fernsehmoderator hatte – abgesehen von zwei Rocksendungen aus der Dortmunder Westfalenhalle für das ZDF. Wenn ich mir die heute angucke, würde ich mich dafür nachträglich noch entlassen! (lacht) Für mich war „Dingsda“ wirklich ein Geschenk und ich hätte anfangs nie gedacht, dass ich das acht Jahre moderieren würde und auch vom Publikum so akzeptiert werde.

    Was stellt für Sie das Erfolgsgeheimnis von „Dingsda“ dar?

    Fritz Egner: Ganz klar die Kinder. Ich habe gleich verstanden, dass man sich als Moderator hinten anstellen und den Kindern die Bühne bereiten muss. Es ist wichtig, dass man sie ernst nimmt, denn sie tragen letztendlich die Sendung. Für die Erklärfilme war wichtig, dass die Kinder unbefangen in einer ihnen vertrauten Umgebung interviewt werden. Deshalb haben wir sie auch nicht in ein Studio eingeladen, sondern vor Ort in Kindergärten und Schulen gedreht. Nur dann kamen sie richtig aus sich heraus und es traten lustige Momente auf. Wenn die Erklärungen zu abstrus waren, haben wir die Kinder aufgefordert, den Begriff noch mal zu erklären. Dann waren sie teilweise schon genervt, weil sie natürlich dachten „Warum versteht mich der Depp nicht?“ und nahmen erst recht kein Blatt mehr vor den Mund! (lacht) Anfangs habe ich diese Interviews noch selbst geführt, bis mein Bekanntheitsgrad unter den Kindern zu hoch wurde.

    Wie wurden die Kinder damals ausgewählt? Gab es bestimmte Kriterien?

    Fritz Egner: Nein, es durfte jeder mitmachen und niemand wurde ausgeschlossen. Das erkennt man auch daran, dass manche Kinder nicht so mitteilungsfreudig oder motiviert waren wie andere. Dennoch waren sie Teil der Sendung. Zudem haben wir Lehrkräfte und Eltern darum gebeten, die Kinder nicht auf die Sendung vorzubereiten oder mit ihnen zu üben. Die Kinder sollten nicht das Gefühl haben, an etwas Besonderem teilzunehmen. Uns war extrem wichtig, dass alles normal und authentisch bleibt.

    Fritz Egner und Mareile Höppner im neuen „Dingsda“-Studio (Bild: blandcoconstruction.com/Glenn Riedmeier)

    Hätten Sie die Neuauflage von „Dingsda“ gerne wieder moderiert?

    Fritz Egner: Nein. Ich wurde über die Jahre immer wieder angefragt, ob ich die Sendung wieder moderieren möchte. Aber das macht für mich keinen Sinn. Eine Neuauflage muss neu aus der Taufe gehoben werden und zeitgemäß mit einem jungen Gesicht versehen werden. Wenn ich einmal eine Sendung abgelegt habe, dann bleibe ich auch bei dieser Entscheidung. Das ist meine grundsätzliche Devise, deshalb würde ich auch die „Versteckte Kamera“ nicht noch mal machen. Aber ich freue mich, dass einige aus dem damaligen „Dingsda“-Team jetzt auch an der Neuauflage beteiligt sind.

    In den 1990er Jahren waren Sie auch für diverse Shows in Sat.1 tätig, unter anderem für „Die witzigsten Werbespots der Welt“, „Vorsicht Kamera“ und „XXO – Fritz & Co“. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesen Sendungen?

    Fritz Egner: Wenn man mal rein die Profitseite betrachtet, habe ich bei Sat.1 für meine Rente vorgearbeitet. Ich durfte dort ambitionierte Sachen drehen wie die „Weltgeschichte des Tierfilms“ und auch „Die witzigsten Werbespots der Welt“ haben mir Spaß gemacht. Natürlich habe ich dort auch einige Sachen gemacht, die mir gar nicht gefallen haben – die aber mit ordentlich Schmerzensgeld honoriert wurden! (lacht) Mir wurde das in den Schoß gelegt und ich habe es dankend angenommen.

    In den vergangenen Jahren hat man Sie weniger im Fernsehen gesehen, dafür sind Sie im Radio immer noch sehr aktiv und präsentieren aktuell die beliebte Sendung „Fritz und Hits“ bei Bayern 1. Was macht Ihnen mehr Spaß – Radio oder Fernsehen?

    Fritz Egner: Ganz klar Radio, das war für mich immer an erster Stelle. Ich bin absolut glücklich mit meiner Radiosendung und auch dankbar dafür, dass mein Bekanntheitsgrad nachgelassen hat. Ich habe es nie genossen, prominent zu sein, weil ich es gar nicht angestrebt habe, dass mich jeder kennt. Mich wundert es, dass heutzutage so viele junge Menschen unbedingt berühmt werden wollen. Die Anonymität ist ein hohes Gut und jeder sollte sich gut überlegen, ob er das wirklich abgeben möchte.

    Fritz Egner und Mareile Höppner (Bild: ARD/Max Kohr)

    Würden Sie dennoch wieder eine TV-Show moderieren – wenn ja, welche Art von Sendung würde Ihnen gefallen?

    Fritz Egner: Es gibt momentan echt nichts, was mich ansprechen würde. Die Musikdokumentation „Now & Then“, die ich vor zwei Jahren für den BR gemacht habe, war eine schöne Sendung. Aber da musste ich die Verantwortlichen mühsam davon überzeugen, dass nicht jeder, der einen großen Namen hat, automatisch derjenige ist, der die interessanten Geschichten erzählen kann.

    Apropos Musik: Stimmt es, dass Sie eine Plattensammlung mit mehr als 25.000 LPs haben?

    Fritz Egner: Jetzt nicht mehr, ich hatte sogar mal 50.000 Vinyl-Platten! Aber aus Platzgründen musste ich mich in den letzten Jahren dann doch endlich mal von einigen trennen bzw. ich habe sie digitalisiert. Ich ließ einen Statiker kommen und hatte am Ende sogar Albträume davon, dass alles unter der großen Last der Platten zusammenbricht. Deshalb konnte das nicht so weitergehen. Jetzt habe ich noch rund 10.000 Platten.

    Immer noch eine beeindruckende Zahl! Vielen Dank für das interessante Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

    Zum Interview mit der neuen „Dingsda“-Moderatorin Mareile Höppner

    Die Neuauflage von „Dingsda“ ist ab dem 5. Oktober immer freitags um 18.50 Uhr im Ersten zu sehen.

    03.10.2018, 10:00 Uhr – Glenn Riedmeier/blandcoconstruction.com

    Über den Autor

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei blandcoconstruction.com vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

    Lieblingsserien: Twin Peaks, Roseanne, Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Brioni49 am 06.10.2018 20:42

      Ein oesterreichischer Privatsender hat vor ca 3 Jahren "Dingsda" neu aufgelegt - mit Kindern und Erwachsenen. Die Kinder waren bei weitem nicht so vif wie die bayrischen und die Erwachsenen total langweilig. Unvergesslich der Professor und die lieben aus Zwiesel! Ich freue mich sehr auf die Freitage!
        hier antworten
      • Cinerama am 03.10.2018 20:08 via tvforen.de

        Also ich freue mich auf Freitag! Fand die Sendung damals sehr unterhaltend. Interessant dass sie den Egner extra für die Promo-Fotos geholt haben. Bin gespannt auf die neuen Folgen!

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